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Demenzstück: „Je ne regrette rien“

Demenzstück: „Je ne regrette rien“ –„ich bereue nichts“ eine homage an M. eine wahre Geschichte.

Text: Sara Bonetti; Poetryslam

Seniorentheatergruppe „Vlbg.Spätlese“

Dauer: ca.25Minuten

Inhalt:

„Je ne regrette rien,“flüstert Marina und knetet die langen Stängel zwischen ihren Fingern zu Brei. Perlmuttfarbige Blüten segeln zu Boden. Madame hätte sie gescholten, ihr erklärt, dass das nichts gleichschaut. Die Sonne blendet Marina. Sie fühlt nach der Perlenkette an ihrem Hals und reibt die Kugeln zwischen ihren Fingern. Eigentlich hätte die Sonne nicht scheinen dürfen, nicht heute. Und eigentlich doch, war Mama doch stolz, wenn alles schien und funkelte. Egal wie unecht. Und überhaupt, was weiß die Sonne schon. Hat schon immer auf Kinderhände geschienen, die sich an Kofferhenkel klammerten. Auf dem Garten der Niederbachers, Madams Nachbarn, zu denen sie auf Besuch musste. Zu denen sie nicht wollte. Sie hatte geschienen, als Madame nicht aufhören wollte, um ihren Karl zu weinen. Und als Madame ihre Perlen nicht mehr ertragen wollte. Als sich der Verschluss nicht mehr öffnen wollte. Als die Pflegerin die Perlen stahl:“Pourquoi moi“? hatte sie gerufen, die Schuldige gesucht, die Schuldige gefunden. „Je ne regrette rien“, flüsterte Marina noch einmal und lässt weiße Blüten und matschige Stängel auf die dunkle Erde fallen.“ Je ne regrette rien!“

Zusammenfassung

„Je ne regrette rien“ erzählt die Geschichte von Marina und Madame. Und von der Sonne, die trotzdem jeden Tag aufging. Von einem Vater, der nicht zuhört und einem Bruder der nur zusieht, aber eigentlich alles wie immer findet. Von Nachbarn, die es besser wissen und einer Madame, die aufhört überhaupt verstehen zu wollen. Die sich an Etiketten hält, an den Schein und an das Perlmutt, die ihre Erinnerungen und den klaren Blick auf die Dinge aufgibt. Wie die Perlen einer Kette reihen sich die Erinnerungen und die Eigenheiten der Demenz ineinander und ergeben ein Schmuckstück, dessen Kreis sich am Ende schließt.