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Stadtmusikanten, Mittelschüler und aktive Senioren

„Es war einmal ein Mann, der hatte einen Esel, welcher schon lange Jahre unverdrossen die Säcke in die Mühle getragen hatte. Nun aber gingen die Kräfte des Esels zu Ende, so dass er zur Arbeit nicht mehr taugte. Da dachte der Herr daran, ihn wegzugeben. (Märchensammlung der Brüder Grimm, Ausgabe von 1819)

Wenn Tiere (oder Menschen?) ins Ausgedinge kommen, nicht mehr produktiv sind, was passiert mit ihnen? Mit diesem Grundgedanken aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten” befasste sich die 2c der Mittelschule Höchst. Die Kinder machten damit auch Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenwohnheimes viel Freude.

Esel, Hund, Katze und Hahn sind alt und unnütz geworden und sollen weg. Mit viel Glück überlisten sie auf ihrer Flucht Richtung Bremen eine Räuberbande. Anstatt wie geplant Stadtmusikanten zu werden, beziehen sie die bequeme Räuber-Pension und lassen es sich auf ihre alten Tage gut gehen.

Endlich ist etwas los

„Endlich ist hier wieder einmal etwas los!”, das meint eine Bewohnerin des Altenwohnheimes Höchst, als Ahment, Aileen, Antonia, Benjamin, Chiara und Julia aus der 2c mit ihren halbfertigen Bildern auf Besuch kommen. Eigentlich hätten die Schülerinnen und Schüler der 1c das Werk bis zum Schulende 2013 vollenden wollen. So wird es eben zum Start der 2c im Herbst 2013 abgeschlossen.

Staunend stellen die Mädchen und Buben fest, wie aufmerksam die fünf Frauen, die sich zum Malertreff eingefunden haben, die Werke prüfen. „Da fehlen noch Dachziegel”, heißt es. „In einen richtigen Wald gehören Fliegenpilze und aus dem Kamin steigt Rauch auf”, sind weitere Anmerkungen.

Den Anstoß zum Bilderbuch gab den Schülern Anita Ohneberg, die in der Seniorenbetreuung und beim Seniorentheater „Spätlese” tätig ist. So ein Buch, meinte sie, könnte eine Grundlage sein für die Gespräche, die Schülerinnen und Schüler der 4. Mittelschulklassen im Projekt „Alt und Jung verbinden” mit Senioren führen. Es gibt auch Begleitmaterial und Tipps, etwa ein einfaches Puzzle oder den Hinweise auf das Handy, das für die Dauer der Gesprächszeit ausgeschaltet gehört (auch, wenn das schwer fällt). Spiele, Rätsel und Lieder, mit denen ältere Menschen etwas anzufangen wissen, finden sich auch in den Unterlagen von Anita Ohneberg.

Kein Harry Potter

Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten kann natürlich nicht mithalten mit Zauberlehrling Harry Potter oder dem Tagebuch von Greg. Den Schülerinnen und Schülern der 2c hat die Arbeit aber dennoch sehr gut gefallen. Mit ihrer Lehrerin Karin Huemer-Winter – Klassenvorstand und Zeichenlehrerin – und weiteren Lehrpersonen der Schule haben sie die Abwechslung genossen.

Inzwischen ist das fertige Bilderbuch bereits den Eltern vorgestellt und im Altenwohnheim abgeliefert worden, natürlich mit großem Text, damit auch Brillenträgerinnen keine Probleme beim Lesen haben. Die Einladung zur Buchpräsentation wurde im Informatikunterricht selbst gestaltet. Texte und Buchbinderarbeiten am Bildband haben Anita Ohneberg und Karin Huemer-Winter übernommen.

Und wie meint eine Schülerin: „I hätt mir nia denkt, dass us so a paar Bildle so a tolls Buach wird!”

 

Wir danken der Buchhaltung Brunner Höchst für das Sponsoring von Büchern.